Nachruf















 

 


Belegschaft Sägewerk Kuchem 1935

 

 

Regionalforstamt
Rureifel-Jülicher Börde
Kirchstr. 2
52393 Hürtgenwald

Tel.: 02429/9400-0
E-Mail: rureifel-juelicher-boerde@wald-und-holz.nrw.de

www.wald-und-holz.nrw.de





Kleine Museumsführung

Allgemeines zum Museum

2002 entschlossen sich ortsansässige Zweifaller in Zusammenarbeit mit dem damaligen Forstamt Hürtgenwald für bewährte, alte Sägewerkstechnik eine Bleibe zu finden. Statt verschrottet zu werden, fanden ein Sägegatter und eine Bandsäge im heutigen Museumssägewerk am Forsthaus Zweifall ein neues Zuhause.

Zwei Partner arbeiten in diesem Projekt zusammen: der Landesbetrieb Wald und Holz NRW -Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde, der Grund und Boden sowie das Gebäude stellt und der im Herbst 2008 gegründete Förderverein Museumssägewerk Zweifall e.V., der sich die finanzielle Förderung des Sägewerks und die Demonstration alter Sägewerkstechnik für die Öffentlichkeit zum Ziel gesetzt hat. Ehrenamtler übernehmen die Aufsicht und führen die Sägen vor.

Im Ausstellungsraum:

Warum Standort Zweifall? (Bildertafeln mit Zweifaller Sägewerken)
Zweifall ist seit jeher in seiner Wirtschaftsentwicklung durch den umgebenden Wald geprägt gewesen, viele Familien bezogen ihr Einkommen aus dem Wald. Holzhandel und Holzverarbeitung waren hier ansässig. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Sägewerke durch Nutzung der Wasser- oder Dampfkraft betrieben; es folgte der Einsatz von Gasmotoren und schließlich von Strom. Von den ehemals bis zu zehn Sägewerken im Ort Zweifall sind heute noch zwei aktiv.

Fällen von Holz: (Bilder Schrotsägen, Zweihandmotorsägen, Entwicklung der Einhandmotorsäge [EMS])
Traditionell wurde früher in Zweimannarbeit mit einer scharfen Fällaxt der Fallkerb geschlagen und anschließend mit der Schrotsäge der Fällschnitt geführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte man motorgetriebene Zweihandmotorsägen, die trotz ihres enormen Gewichtes (45 kg) die Fällarbeiten wesentlich erleichterten. Die weitere Entwicklung ging hin zur Einmannmotorsäge (EMS) deren Gewichte sich von 7-8, teilweise 12 kg auf schließlich heute 3-4 kg verringerte. Mit Einführung dieser Technik stieg die Leistung im Holzeinschlag an und die ergonomische Belastung des arbeitenden Menschen bei der auch heute noch belastenden Holzerntearbeit wurde weiter verringert.

Messen von Holz: (Messwerkzeuge)
Nach dem Fällvorgang wird der Baum entastet und in Verkaufslängen eingeschnitten. Diese werden nach Länge und Mittendurchmesser zur Errechnung des Stamminhaltes vermessen.
Längenermittlung durch Kluppmessstock oder Bandmaß; Durchmesser mit einer Kluppe

Nummerierung von Holz (Nummerierwerkzeuge)
Länge und Durchmesser werden mit einer vorangestellten laufenden Nummer auf die Stirnseite des gemessenen Stammes geschrieben: z.B.: 1362 12/35 [12 m lang; 35 cm Durchmesser].
Wurden früher die Zahlen mit dem Nummerierhammer bei Nutzung von Druckerschwärze angeschlagen, benutzt man heute Plastikfähnchen mit fortlaufender Nummer.
Diese Daten sind Grundlage zur Erstellung von Holzlisten zum Verkauf des Produktes an die Sägewerke.


Transport von Holz (Bilder Pferd und LKW)
Eingeschlagenes und vermessenes Holz wurde in früheren Zeiten mit Tieren (Pferd oder Ochse) an den Waldweg gezogen und dort über schiefe Ebenen ebenfalls mit Zugkraft der Tiere auf Holzkarren gezogen. Der Transport zum Sägewerk erfolgte auch per Pferd (Kaltblüter). Selbst starke Laubhölzer wurden einzelstammweise zum Werk befördert. Mit Aufkommen der Motoren und Seilwinden wurde das Tier auch hier durch die Motorkraft ersetzt.


Metallsplitter im Holz (Exponate mit Splittern/Vitrine)
Der Zweite Weltkrieg hat in den Bäumen, die heute 60 Jahre und älter sind, seine Spuren hinterlassen. Von der belgischen Küste kommend besetzten die Amerikaner Mitte September 1944 Zweifall. Der vor ihnen liegende mit deutschen Soldaten besetzte Hürtgenwald stellte sich als unerwartet schwierig zu durchdringende Barriere heraus. Leidtragender war der Wald. Er wurde von beiden Seiten zerschossen. Altbestände, die den Krieg überlebten, weisen daher meist Metallsplitter auf, die zwar nach und nach im Holz eingewachsen sind, aber beim Sägen des Holzes im Werk zu erheblichen Schäden an den Gatterblättern führte.


Im Vorführraum:

Gatter
Das Gatter stammt aus dem Jahr 1934 und wurde in Aue/Sachsen gebaut. Es konnte zu Kriegszeiten sogar über Antrieb durch einen Traktor mobil eingesetzt werden. Der Antrieb erfolgt über einen starken Elektromotor. Über eine Transmission wird der Riemenantrieb auf das Schwungrad des Gatters übertragen. Mit einem stetigen Vorschub wird das Rundholz in Balken oder Bretter zersägt.
Zuletzt hat das Gatter über viele Jahre im Sägewerk des verstorbenen Hein Groß in Mulartshütte Dienst getan.

Bandsäge von 1936
Letzter betrieblicher Standort dieser Säge war die Zimmerei Helmut Sonntag () in Zweifall.
Mit Hilfe der Bandsäge werden am Gatter aufgetrennte Bohlen oder Bretter besäumt, sodass die so genannte Waldkante abgeschnitten wird.