Museumssägewerk Zweifall Forsthaus Zweifall

Jägerhausstr. 148
52224 Stolberg-Zweifall

Anfahrt


Regionalforstamt
Rureifel-Jülicher Börde
Kirchstr. 2
52393 Hürtgenwald

Tel.: 02429/9400-0
E-Mail: rureifel-juelicher-boerde@wald-und-holz.nrw.de

www.wald-und-holz.nrw.de





 

 

Museumssägewerk Zweifall

 

Studienfahrt des Museumsvereins Zweifall ins Sauerland


Am Freitag, dem 12. Juni 2026 stand beim Förderverein Museumssägewerk Zweifall eine
Besichtigungsfahrt nach Schmallenberg ins Sauerland an.
Diese Fahrt sollte schon 1 Jahr früher stattfinden, doch durch den plötzlichen Tod vom damaligen 1.
Vorsitzenden Robert Jansen, musste die Exkursion verschoben werden.
So trafen sich morgens in der Frühe 32 erwartungsfrohe Mitglieder des Vereins, um einen
entspannten Tag zu verbringen.


Kaum auf der A 4 angekommen, steckten wir allerdings, bedingt durch einen Unfall, hoffnungslos
im Vollstau fest. Gut 2 Stunden später ging die Fahrt dann langsam weiter, was letztendlich zur
Folge hatte, dass wir erst 2,5 Stunden später am geplanten Ziel in Schmallenberg ankamen.
Im Sägewerk Hegener-Hachmann wurden wir vom Geschäftsführer Hubertus Hegener Hachmann,
der den Betrieb in 4. Generation leitet, herzlich empfangen.


Der Betrieb Hegener Hachmann ist aus der Land-und Forstwirtschaft hervorgegangen. Die Sägerei
kam später dazu, um überwiegend das eigene Rundholz zu Bauholz zu verarbeiten. Weitere
Standbeine der Firma sind die Produktion von Massivholzdielen und der Weihnachtsbaumverkauf.


Im Jahre 2016 nahm die Firma an einem Förderwettbewerb teil und gewann den 1. Preis.
Dadurch bekam Hegener Hachmann den Zuschlag aus einem europäischen Fonds zur Realisierung
eines neuen Sägewerkes.


Nach nur 1-jähriger Bauzeit war es soweit. Am 12.10.2019 war die offizielle Eröffnung des neuen
Online-Sägewerkes. Ziel des neuen Betriebes ist es, die eingesetzten Ressourcen über den gesamten
Produktionsprozess schonend und effektiv einzusetzen.
Durch die neue Sägestrategie kann Hegener Hachmann schon im Forst äußerst effektiv vorgehen.
Alle 8 Holzarten (Laub-und Nadelholz), die zum Einschnitt kommen, können durcheinander
gepoltert und dann gezielt mit eigenen LKW ins Sägewerk transportiert werden.


Das ankommende Rundholz wird im Sägewerk vom LKW auf eine Langholzauflage gelegt,
anschließend geschält und dickere Wurzelenden werden reduziert.
Anschließend wird das Rundholz elektronisch vermessen (die geeichte Vermessungsanlage dient
auch zur Abrechnung mit dem Forst), durchläuft einen Splittersuchring und wird auftragsbezogen
auf Länge gekappt.
70% der gekappten Sägeabschnitte gelangen direkt zur um 17 ° schräg gestellten Blockbandsäge,
die im Vor-und Rücklauf schneidet.
Der Vorteil dieser Säge ist, dass das Schnittgut sanft abgleitet und der Bediener die
Schnittoberfläche gut einsehen und beurteilen kann. Bei Holzfehlern, wie z.B. Rindeneinwuchs,
Holzfäule oder starken Ästen kann man jederzeit eingreifen und den Verwendungszweck des
Schnittgutes verändern. Eine Nachschnittkreissäge und ein Gatter können vorgeschnittene Model
im Anschluss weiter aufschneiden.
In einem Sortierwerk, das auch wegen der verschiedenen Holzarten ( Lärche/ Douglasie 60-70 %,
Eiche 10% ) dringend vonnöten ist, wird das Schnittholz sortiert, gestapelt und für die Trocknung
vorbereitet.


Das getrocknete Laubholz (Ahorn, Eiche, Roteiche, Esche) und das Nadelholz(Fichte, Lärche,
Nobilis) wird in das nahegelegene Hobelwerk gebracht. Dort wird in verschiedenen
Produktionsabschnitten die sogenannte “Gutshofdiele“ hergestellt, eine Vollholzdiele speziell von
Hegener Hachmann.
Bei dieser Produktion ist noch viel Handarbeit gefragt und es wird z.B. mit Schleifen, Bürsten, oder
Ölen viel Wert auf eine aufwendige Oberflächenbehandlung gelegt.


Im 2-Schichtbetrieb werden derzeit 60.000,- m² Gutshofdielen erzeugt.
Für 2027 ist die Zusammenlegung von Sägewerk und Hobelwerk geplant. Auf Hanxleden wird ein
neues großes Hobelwerk entstehen, so dass man bei Hegener Hachmann noch effizienter arbeiten
kann.


Trotz der enormen Verspätung haben die 3 Söhne von Hubertus Hegener Hachmann, die alle mit im
Betrieb tätig sind, sich viel Zeit genommen, um uns beide Betriebsteile ausführlich zu zeigen.
Und zwischendurch gab es noch ein zünftiges Mittagessen vom Grill mit Erzeugnissen aus der
eigenen Jagd. Letztendlich trauerte niemand der durch den zeitlichen Verzug entgangenen Bootstour
auf dem Biggesee nach, was angesichts des durchwachsenen Wetters auch nicht schwerfiel.


Als Fazit kann man sagen, dass die Mitglieder des Vereins ein sehr interessantes, modernes,
kleineres Familienunternehmen kennengelernt haben, das aber durch seine Besonderheit auch unter
den Großen bestehen kann.

 

 

 


 


     

Drechslerstammtisch mit dem bekannten Drechsler Ronald Canne  am 12.07.2025 im Museumssägewerk.

 

Museumsverein bereist Ostbelgien

 

tour

   

  Museumsverein bereist Ostbelgien

Nach 4-jähriger Abstinenz führte der Förderverein Museumssägewerk Zweifall
endlich wieder seine beliebte Besichtigungsfahrt durch. Normalerweise findet diese Fahrt im Frühjahr und im 2-jährigen Rhythmus statt, aber die Corona-Pandemie sowie das Hochwasser 2021 brachten nicht nur die Aktivitäten des Museumsvereins zum Erliegen.

Am Freitag, dem 29.09.2023 ging es dann endlich los ins benachbarte Ostbelgien. In Bütgenbach wurde zunächst die Firma Eifelholz besucht. Produziert werden Bodensubsüate aller Art, Rindenprodukte wie Dekorrinden von allen möglichen Holzarten, Blumenerden und eine spezielle Holzfaser als Torfersatz.

Gerade fertiggestellt ist eine riesige neue Fertigungshalle von 5000 m2 Größe, in der unter anderem die vollautomatische sackweise Abfüllung aller Produkte erfolgt. Nach der Befüllung werden alle Säcke ebenfalls vollautomatisch, teilweise mit Hilfe von Robotern auf Paletten gepackt, anschließend mit Folie ummantelt und gelangen dann zum weiteren Abtransport auf Bändern aus der Halle hinaus.

Im Außenbereich, der sich inklusive der Hallen und sonstigen Aufbauten auf stolzen 17,5 Ha ersteckt, lagem riesige Halden von Rinden aller Art und große Mengen von Grünabfällen, die bei Bedarf aufbereitet bzw. für die Weiterverarbeitung auf entsprechende Größe zerkleinert werden.

Die relativ kleine Mitarbeiterzahl von ca. 30 Mitarbeitern lässt sich dadurch erklären, dass die meisten Betriebsabläufe voll automatisiert sind.
Die Produkte von Eifelholz werden mittlerweile in ganz Europa verkauft und werden hauptsächlich beim Gemüse,-und Pflanzenanbau eingesetzt, aber natürlich auch im privaten Garten.

Der Geschäftsführer der Firma, Thomas Haas ist jedenfalls von der absolut
natürlichen Erzeugung seiner Produkte überzeugt, auch wenn diese nicht die
billigsten auf dem Markt sind, aber eben durch eine sehr gute Qualität punkten.
Durch seine überzeugende Art konnte er die Gruppe sehr schnell von seiner
,,Philosophie" überzeugen.

Zur Besichtigung des 2. Betriebes ging es nach Manderfeld zur Firma EM,Z (Eifeler Metall- und Zinkwerke). Dieses Unternehmen mit 71 Beschäftigten gehört ebenfalls zur Haas Gruppe. Vor 5 Jahren wurde hier die weltgrößte Anlage zur Gewinnung von Holzfasern gebaut.

Holzfasern werden aus Hackschnitzeln aus regionalen Wäldern erzeugt. In einem
thermischen Verfahren werden diese Holzhackschnitzel zur Strukturfaser
umgewandelt..
Die gewonnene Faser ist stickstoffstabil und durch ihr geringes Gewicht eine
optimale Ergänzung für Substrate aller Art, auch weil die Holzfaser die Durchlüftung, die Drainagefähigkeit und die Wurzelbildung fördert.
Die Holzfaser, hell oder in eingefärbtem Zustand ist eine absolut ökologische,
zweckmäßige Alternative zum Torf, der ja sehr in der Kritik steht und langfristig
nicht mehr abgebaut werden darf. Die Herstellung erfolgt nach strengen Vorgaben und wird regelmäßig im Testlabor kontrolliert.
Abgepackt und vertrieben wird die Holzfaser auch im Werk Bütgenbach.

Seit 2018 betreibt EMZ auch ein eigenes Biomassekraftwerk, welches ausschließIich mit naturbelassenen Hackschnitzeln versorgt wird. Mit der elektrischen und thermischen Energie wird u.a. die Holzfaserproduktion völlig autark versorgt.

In mehreren großen Hallen stellt die Firma weiterhin Gitterroste, Maschinen und
ganze Förderanlagen her. Auch schwierigste passgenaue Lösungen sind kein
Problem, modemste Maschinen, Lasertechnologie und gutes Personal machen den Unterschied.

ZumAbschluss des Tages wurde noch eine kleine Brasserie in Bellevaux in der Nähe von Malmedy besucht. Der humorvolle Vortrag von ,,Carla", der Frau vom
Seniorchef sorgte rundurn für Heiterkeit und bei der anschließenden Verkostung der belgischen Biere klang ein rundum gelungener Exkursionstag aus

 

 

 



 

     
 

Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde
Kirchstr. 2, 52393 Hürtgenwald