Studienfahrt des Museumsvereins
Zweifall ins Sauerland
Am Freitag, dem 12. Juni 2026 stand
beim Förderverein Museumssägewerk Zweifall eine
Besichtigungsfahrt nach Schmallenberg
ins Sauerland an.
Diese Fahrt sollte schon 1 Jahr früher
stattfinden, doch durch den plötzlichen Tod vom damaligen 1.
Vorsitzenden Robert Jansen, musste die
Exkursion verschoben werden.
So trafen sich morgens in der Frühe 32
erwartungsfrohe Mitglieder des Vereins, um einen
entspannten Tag zu verbringen.
Kaum auf der A 4 angekommen, steckten
wir allerdings, bedingt durch einen Unfall, hoffnungslos
im Vollstau fest. Gut 2 Stunden später
ging die Fahrt dann langsam weiter, was letztendlich zur
Folge hatte, dass wir erst 2,5 Stunden
später am geplanten Ziel in Schmallenberg ankamen.
Im Sägewerk Hegener-Hachmann wurden wir
vom Geschäftsführer Hubertus Hegener Hachmann,
der den Betrieb in 4. Generation
leitet, herzlich empfangen.
Der Betrieb Hegener Hachmann ist aus
der Land-und Forstwirtschaft hervorgegangen. Die Sägerei
kam später dazu, um überwiegend das
eigene Rundholz zu Bauholz zu verarbeiten. Weitere
Standbeine der Firma sind die
Produktion von Massivholzdielen und der Weihnachtsbaumverkauf.
Im Jahre 2016 nahm die Firma an einem
Förderwettbewerb teil und gewann den 1. Preis.
Dadurch bekam Hegener Hachmann den
Zuschlag aus einem europäischen Fonds zur Realisierung
eines neuen Sägewerkes.
Nach nur 1-jähriger Bauzeit war es
soweit. Am 12.10.2019 war die offizielle Eröffnung des neuen
Online-Sägewerkes. Ziel des neuen
Betriebes ist es, die eingesetzten Ressourcen über den gesamten
Produktionsprozess schonend und
effektiv einzusetzen.
Durch die neue Sägestrategie kann
Hegener Hachmann schon im Forst äußerst effektiv vorgehen.
Alle 8 Holzarten (Laub-und Nadelholz),
die zum Einschnitt kommen, können durcheinander
gepoltert und dann gezielt mit eigenen
LKW ins Sägewerk transportiert werden.
Das ankommende Rundholz wird im
Sägewerk vom LKW auf eine Langholzauflage gelegt,
anschließend geschält und dickere
Wurzelenden werden reduziert.
Anschließend wird das Rundholz
elektronisch vermessen (die geeichte Vermessungsanlage dient
auch zur Abrechnung mit dem Forst),
durchläuft einen Splittersuchring und wird auftragsbezogen
auf Länge gekappt.
70% der gekappten Sägeabschnitte
gelangen direkt zur um 17 ° schräg gestellten Blockbandsäge,
die im Vor-und Rücklauf schneidet.
Der Vorteil dieser Säge ist, dass das
Schnittgut sanft abgleitet und der Bediener die
Schnittoberfläche gut einsehen und
beurteilen kann. Bei Holzfehlern, wie z.B. Rindeneinwuchs,
Holzfäule oder starken Ästen kann man
jederzeit eingreifen und den Verwendungszweck des
Schnittgutes verändern. Eine
Nachschnittkreissäge und ein Gatter können vorgeschnittene Model
im Anschluss weiter aufschneiden.
In einem Sortierwerk, das auch wegen
der verschiedenen Holzarten ( Lärche/ Douglasie 60-70 %,
Eiche 10% ) dringend vonnöten ist, wird
das Schnittholz sortiert, gestapelt und für die Trocknung
vorbereitet.
Das getrocknete Laubholz (Ahorn, Eiche,
Roteiche, Esche) und das Nadelholz(Fichte, Lärche,
Nobilis) wird in das nahegelegene
Hobelwerk gebracht. Dort wird in verschiedenen
Produktionsabschnitten die sogenannte
“Gutshofdiele“ hergestellt, eine Vollholzdiele speziell von
Hegener Hachmann.
Bei dieser Produktion ist noch viel
Handarbeit gefragt und es wird z.B. mit Schleifen, Bürsten, oder
Ölen viel Wert auf eine aufwendige
Oberflächenbehandlung gelegt.
Im 2-Schichtbetrieb werden derzeit
60.000,- m² Gutshofdielen erzeugt.
Für 2027 ist die Zusammenlegung von
Sägewerk und Hobelwerk geplant. Auf Hanxleden wird ein
neues großes Hobelwerk entstehen, so
dass man bei Hegener Hachmann noch effizienter arbeiten
kann.
Trotz der enormen Verspätung haben die
3 Söhne von Hubertus Hegener Hachmann, die alle mit im
Betrieb tätig sind, sich viel Zeit
genommen, um uns beide Betriebsteile ausführlich zu zeigen.
Und zwischendurch gab es noch ein
zünftiges Mittagessen vom Grill mit Erzeugnissen aus der
eigenen Jagd. Letztendlich trauerte
niemand der durch den zeitlichen Verzug entgangenen Bootstour
auf dem Biggesee nach, was angesichts
des durchwachsenen Wetters auch nicht schwerfiel.
Als Fazit kann man sagen, dass die
Mitglieder des Vereins ein sehr interessantes, modernes,
kleineres Familienunternehmen
kennengelernt haben, das aber durch seine Besonderheit auch unter
den Großen bestehen kann.


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